Hello Philippines!
8.1.2016 - 21.1.2016

Eigentlich waren die Philippinen auf unserer Reise nicht eingeplant, doch da wir uns wegen dem kalten Wetter in Nordvietnam nach etwas mehr Sonne und Badetemperaturen sehnten, suchten wir nach einer Alternative, welche nicht zu weit weg und auch nicht zu teuer sein sollte. Als wir den Flug gebucht hatten, waren wir total aufgeregt und verspürten ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit: einfach spontan einen Plan ändern und diesen auch gleich umsetzen zu können.

Also ging es auf nach Cebu, der zweitgrößten Stadt der Philippinen. Ein Taxifahrer erklärte uns ganz stolz: Manila is the King and Cebu the Queen.
Wir hatten uns eigentlich überhaupt keine großen Gedanken gemacht, was wir in den nächsten drei Wochen machen möchten, geschweige denn, dass wir uns überhaupt über dieses Land informiert hatten.

Der erste Eindruck vermittelte uns das Gefühl nicht in Südostasien, sondern vielmehr in Südamerika zu sein: die Gesichtszüge der Philippinos und ihre dunklere Hautfarbe war nicht mit jenen in den anderen Ländern vergleichbar und dazu kam noch, dass sie als ehemalige spanische Kolonie viele spanische Städte- und Straßennamen haben. Ebenso stach uns sofort ins Auge, dass die Einheimischen im Vergleich zu den Menschen aus den Nachbarländern zum Teil stark übergewichtig sind. Dieser Zustand ist wohl nicht zuletzt auf die Unmengen an Fastfood-Restaurants wie McDonalds, KFC, Wendy´s, Burger King und Pizza Hut zurückzuführen. Ich meine zu behaupten, dass dieses Land mitunter die schlechteste Küche Südostasiens hat. Es wird kaum frisch gekocht und wenn doch gekocht wird, wird oft lediglich eine Konservendose geöffnet. Damit geschmacklich auch garantiert nichts schief geht, am besten alles nochmal zuckern und voilá – fertig ist das Menü.

Ein Blick in die Supermärkte bestätigt das Ganze nochmals: Reihenweise Konservendosen und Abgepacktes, kaum frisches Gemüse und Obst. Man glaubt es kaum, aber selbst Ananas kommt oft aus der Dose(!), obwohl diese dort wächst. Fairerweise ist zu erwähnen, dass wir doch das eine oder andere ländertypische Gericht bekommen haben, das auch wirklich gut war – wie zB Krokodil-Sisig (Krokofaschiertes, das in einer heißen Gußeisenpfanne serviert wird) und Kinilaw (roher, mit Essig und Zwiebeln marinierter Fisch).

In Cebu City sind wir gerade mal 2 Tage geblieben und man muss auch ehrlich sagen, dass die Stadt nicht wirklich reizvoll ist. Wir machten uns also auf den Weg nach Malapascua, einer kleinen Insel im Norden Cebu’s.

Weil wir Lokalbusse schon von anderen Ländern gewohnt waren, entschieden wir uns auch dieses Mal für einen günstigen Bus, der hauptsächlich von der Bevölkerung genutzt wird. Eine Klimaanlage gehört zwar nicht zur Ausstattung, dafür ist ein Boardmechaniker mit von der Partie. Nach einigen Stunden Fahrt war es dann auch soweit: der Mechaniker kam zum Einsatz. Ehrlich gesagt waren wir nicht ganz sicher, ob der Bus es überhaupt bis zum Ziel schaffen würde, doch nachdem der Mechaniker das eine oder andere Teil ausgebaut, begutachtet, etwas hineingeblasen und anschließend wieder eingebaut hatte, dachten wir, dass die Fahrt nun weitergehen konnte. Es ging auch weiter, aber schon beim nächsten Anstieg wurde der Bus erneut merklich langsamer. Um das Problem dennoch in den Griff zu bekommen, wurde einfach ein entgegenkommender Bus angehalten und weil auch bei diesem ein Mechaniker zur Crew gehörte, hoffte man auf ein passendes Ersatzteil. Keine Ahnung was sie schlussendlich machten, aber wir kamen tatsächlich lautstark am Ziel – einem kleinen Hafen im Norden von Cebu – an. Nun mussten wir nur noch mit einem Fischerboot auf die kleine Insel Malapascua übersetzen.

Board-Mechaniker im Einsatz

Board-Mechaniker im Einsatz: Unsere erste philippinische Busreise

Malapascua

Wir waren schon sehr gespannt, was die Unterwasserwelt in Malapascua zu bieten hat und so stapften wir am nächsten Tag schnurstracks zu einem Dive Center. Am darauffolgenden Tag ging es auch schon los und wir fuhren mit dem Boot nach Gato Island, einer kleinen Mini-Insel nicht weit von Malapascua. Die Aufregung war sehr groß, denn man sagte uns, dass in dieser Gegend oft viele Whitetip Reef Sharks anzutreffen sind.

Ausgestattet mit einer Taschenlampe und dem restlichen Equipment tauchten wir also ab und erreichten eine große Unterwasserhöhle. Bereits nach wenigen Metern in der Höhle war es stockdunkel. Man musste wirklich aufpassen, dass man weder an der Decke noch sonst wo anstieß und das Gefühl, das einem schön langsam beschlich, war schon etwas beklemmend. Ich versuchte so gut es ging mal nicht nachzudenken wo ich mich gerade befinde und hoffte einfach, dass wir bald zum Höhlenausgang kommen. Die Erleichterung, als wir endlich das Licht am Ende des Tunnels sahen, verpuffte – denn der Ausgang wurde von 3 stattlichen Whitetip Sharks patrouilliert. Man weiß zwar, dass diese Hai-Art als ungefährlich gilt, dennoch war der Respekt groß und so warteten wir einen Zeitpunkt ab, um hinaus zu tauchen. Während wir also in der Höhle verharrten, entschied sich einer der Haie dafür, in unsere Richtung in die Höhle zu schwimmen – nur leider war es so finster, dass wir ihn nach wenigen Metern nicht mehr sehen konnten. Wir wussten also nicht, wie nahe er uns kam, was sowohl unseren Adrenalinspiegel als auch unseren Sauerstoffverbrauch deutlich ansteigen ließ. Als dann endlich die Luft – äh das Wasser – rein war, tauchten wir Richtung Ausgang und erst zu diesem Zeitpunkt erkannten wir, dass die Höhle voll von schlafenden Haien war. Das war bis dato auf jeden Fall einer der aufregendsten Tauchgänge unserer gesamten Reise.

Hier ein Video von dem Erlebnis, teilweise etwas schwer zu erkennen aber ich denke man kann sich die Situation ungefähr vorstellen 🙂

Moalboal

Nach 3 Tagen verließen wir die Insel Malapascua, die so klein ist, dass selbst die Hauptstraße nur ein schmaler sandiger Trampelpfad ist. Mit Bus und Fähre ging es weiter Richtung Süden auf die Insel Negros. Aber bevor wir unser Ziel in der Nähe von Dumaguete ansteuerten, machten wir einen 2-tägigen Zwischenstopp in Moalboal, einem kleinen Dorf an der Westküste Cebu’s. Hier findet man zwar keine Traumstrände, dafür kann man aber super mit zahlreichen Wasserschildkröten schnorcheln. Echt superschöne und entspannte Tiere – einige Eindrücke davon findet ihr auch im Tauch-Video weiter unten.

Negros

Nach den beiden Tagen in Moalboal ging es dann direkt nach Dumaguete und anschließend zu unserem Heim für die nächsten Tage, dem Kookoo´s Nest im Süden von Negros.
Das Kookoo´s Nest ist eine sehr kleine aber wirklich tolle Anlage bestehend aus 5 Bambusbungalows, einem kleinen DiveCenter und einem privaten Strand. Das Schöne war, dass die Anlage auch sehr abgelegen ist: um dahin zu gelangen, muss man vom Dorf an der Hauptstraße noch eine weitere halbe Stunde auf Feldwegen mit dem Moped zurücklegen. Jamie und Nikki, ein sehr nettes und witziges britisches Ehepaar, betreibt dieses kleine Ressort seit 15 Jahren – mit ihren 4 Golden Retreivern und einem kleinen zugelaufenen Mischling namens „Sally the sausage“. Es war ein richtig kleines Paradies und vor allem war das Essen dort zur Abwechslung ein Traum, denn alles wurde so gut es geht selbst gemacht (Brot, Joghurt, Marmelade, Eis, …) und mit frischen Zutaten zubereitet.

Uns hat es so gut gefallen, dass wir prompt verlängern wollten, doch leider waren die 5 Bungalows bereits ausgebucht. Nikki hat uns dann angeboten, dass wir in der Pagoda, die eigentlich nur für Massagen gedacht war, schlafen können bis wieder ein Bunglow frei ist. Das bedeutete, dass wir direkt am Strand nur mit kleiner Matratze und Mosquitonetz die Nacht verbringen durften. Man hörte zwar nachts vom Dschungel her so einiges rascheln, nach einer kurzen Gewöhnungsphase störte uns das aber nicht mehr. Und der Sonnenaufgang am nächsten Morgen war einfach nur traumhaft.

Unser Schlafplatz im Kookoo's Nest

Unser Schlafplatz im Kookoo’s Nest

Wir hatten übrigens auch in unserem Bungalow einen tierischen Mitbewohner: Mr. Crabs. Nachts stolzierte er quer durchs Zimmer – was sich in etwa so anhört, als ob er Stilettos tragen würde. Wir versuchten, die etwa 15cm große Krabbe aus dem Zimmer zu bekommen, aber dieser kleine Racker spreizte sich einfach zwischen zwei Bambusrohre und so war es unmöglich, ihn auch nur für einen Millimeter zu bewegen. Nach kurzer Zeit kapitulierten wir und Mr. Crabs stolzierte wieder munter drauf los: 1 zu 0 für ihn.

Mit Nikki und Jamie ging es dann noch auf einen Tauchtrip nach Apo Island, unser eindeutiger Favorit unter den bisherigen Tauchspots. Die Korallenwälder dort sind alle in bestem Zustand und in der Unterwasserwelt wimmelt es nur so von Fischen, Schildkröten und Seeschlangen.

Tauchen auf Apo Island

Tauchen auf Apo Island

Und hier noch ein Video zur Unterwasserwelt der Philippinen, aufgenommen in Moalboal und Apo Island:

Nach diesen echt schönen 2 Wochen machten wir uns auf den Weg zur Insel Bohol, auf der wir ebenfalls eine Woche verbrachten. Mehr über Bohol und unseren 5-tägigen Motorrad-Trip lest ihr dann im nächsten Beitrag.

2 Kommentare zu “Hello Philippines!
8.1.2016 - 21.1.2016

  1. AvatarKatharina

    ich hatte schon leichten Stress während ich mir das Video von Höhle angesehen hab, kann und will mir also gar nicht vorstellen wie es war, da mitten drin zu sein!! :O

    und übrigens sind euere Berichte super für eine Ablenkung anstatt für die letzten Prüfungen zu lernen! Also nur weiter so, ich hab noch zwei 😀

    Wünsch euch noch schöne letzte Wochen und freu mich, wenn wir uns bald Wiedersehen!

    Liebe Grüße,
    Kathi

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