Sri Lanka: Die Ostküste

Nach einigen schönen Tagen im Hochland bei kühleren Temperaturen sehnten wir uns bereits wieder nach Sonne und Strand und freuten uns auf unseren nächsten Stop: Arugam Bay an der Ostküste Sri Lankas. Zuvor mussten wir allerdings noch eine ca. 4-stündige Busfahrt hinter uns bringen, die dieses Mal nicht ganz so gemütlich war. Immerhin brachten wir 3 Stunden ohne Sitzplatz stehend zu – eingezwickt zwischen Locals – und da es in Bussen üblich ist, dass man Tickets im Bus kauft, quetschte sich zu guter Letzt der „Schaffner“ noch regelmäßig durch den ganzen Bus um eben Fahrscheine zu verkaufen. Naja wenigstens mangelte es in den Bussen nicht an einer indisch/sri lankischen Beschallung, denn jeder Bus verfügt über ein Top Soundsystem, bei welchem so manch einem in der Heimat Neid aufkommen würde. 😉

In unserem Cabana (kleiner Bungalow) in Strandnähe angekommen, begann es erstmal richtig zu schütten, sodass wir uns für eine Runde „Mensch-ärgere-dich-nicht“ und ein Bier mit unserem Gastgeber Ris entschieden. Was aber bei uns selbstverständlich ist, nämlich einfach ein Bier zu bestellen, stellte sich als gar nicht so einfach dar: Bier oder Alkohol darf hier generell nicht einfach ausgeschenkt werden, die meisten Restaurants besitzen keine Lizenz. Unser Gastgeber musste daher erstmal mit dem Roller ausfahren, um uns 3 Flaschen in einem „halb legalen“ Shop zu besorgen.

Arugam Bay ist einer der bekanntesten Surfer-Spots in Sri Lanka, was natürlich zu mehr Tourismus führt. Die ersten Tage verbrachten wir hauptsächlich chillend am Strand, wobei das Schwimmen bei diesem Wellengang nicht wirklich möglich war. Auf die Frage, ob die Wellen etwas weniger werden, kam lediglich die Antwort, dass dies ja noch gar keine Wellen sind! 😉 Dies war der erste Zeitpunkt, bei dem ich in Bezug auf Surfen doch etwas ins Grübeln kam. Beim ersten Versuch ins Meer zu gehen wurde ich dann gleich mal derart von einer Welle erwischt, dass ich nach gefühlten 2 Sekunden wieder an den Strand gespült und anschließend durch den Wasserrücklauf sofort wieder zurück ins Wasser gezogen wurde. So also muss sich Wäsche im Schleudergang anfühlen, nur mit dem Unterschied, dass ich kiloweise Sand im Bikini hatte, den man definitiv als Sitzpolster bezeichnen konnte 😀

Dennoch haben wir uns dazu entschieden, mit einem Surf-Guide das Surfen zu versuchen. Das bedeutete 4 Uhr morgens aufstehen und um 5 mit dem Threewheeler zu einem Surfspot zu fahren, da auf den „Beginner-Spots“ sonst zu viele Surfer unterwegs sind und es immer schwieriger wird, die Welle richtig zu erwischen.

Erstaunlicher Weise hat mir das Surfen so richtig Spaß gemacht und ich schaffte es tatsächlich, einmal ohne fremde Hilfe eine Welle zu erwischen, aufzustehen und einige Meter zu surfen ;). Natürlich mussten wir das ganze am nächsten Tag gleich nochmal ohne Guide versuchen, aber nach nur einer Stunde hatte ich es irgendwie geschafft, mir einen Muskel zu zerren, sodass Surfen für mich fürs erste nicht mehr möglich war. Grundsätzlich hat uns das ganze aber sehr viel Spaß gemacht – und es war bestimmt nicht das letzte Mal dass wir ein Surfboard unter unseren Füßen hatten 🙂

Um die Gegend ein wenig zu erkunden, haben wir auch einen Ausflug mit dem TukTuk gebucht. Zu sehen gab es wirklich vieles, von Wasserbüffeln, wilden Krokodilen & Elefanten bis zu weiteren superschönen Sandstränden.

Nach einer Woche verließen wir dann Arugam Bay in Richtung Norden, was auch den Abschied von unserer super lieben Reisebegleitung Claudia und Elise aus Holland bedeutete: an dieser Stelle nochmals liebe Grüße an euch zwei! 🙂

Noch ein kurzer Ausflug in die Tierwelt Sri Lankas: in der zweiten Nacht in Arugam Bay musste ich gleich mal Bekanntschaft mit einer ca. 5 cm großen Kakerlake machen, die mir im Schlaf über die Schulter krabbelte. Aus Reflex hab ich das kleine Tierchen gleich gefangen und hatte es in der Hand – nicht die schönste Erfahrung aber auch das gehört wohl zum tropischen Klima dazu.

Kalkudah

Wieder einmal ging es mit dem Bus weiter die Ostküste entlang Richtung Norden bis Kalkudah. Wir kamen an unzähligen Ruinen vorbei, die als stille Zeugen des Tsunamis und des Bürgerkrieges, welcher dort bis 2009 noch wütete, übrig geblieben sind. Touristen findet man hier schon seltener, da die Wiederaufbauten doch noch nicht soweit vorangeschritten sind – belohnt wird man dafür aber mit kilometerlangen menschenleeren Stränden (teilweise mehr Kühe als Menschen, siehe Foto ;)).

Neben dieser einmaligen Ruhe, die dort herrscht, war unser Aufenthalt im New Land Guesthouse ein wirkliches Highlight. Die Unterkunft war unglaublich sauber und günstig, unser Essen bekamen wir täglich auf unsere riesige Terrasse serviert und die Familie, die dieses Guesthouse betrieb war super nett. Die Tochter des Hauses hat mich in einen traditionellen Tamil Sari gekleidet (Foto) und ich hatte einmal die Ehre, mit den Frauen des Hauses das Essen zuzubereiten. Dabei konnte ich während dem Gemüse Schneiden, einer Tasse Tee und umschwirrt von hunderten von Fliegen, lustige Gespräche mit ihnen führen. Gekocht wurde prinzipiell draußen auf einer Feuerstelle, geschnippelt und vorbereitet in der Küche auf dem Boden. Nach gut einer Stunde musste ich mich schon sehr zusammen nehmen um mir die Schmerzen in den Händen nicht anmerken zu lassen, die ich durch das Gemüse schnippeln hatte. 😉

Natürlich wollten wir auch etwas über die Geschichte dieser Menschen erfahren und obwohl das Thema Tsunami und Krieg gerade für Betroffene ein sehr heikles Thema sein kann, hat uns der Herr des Hauses seine Geschichte erzählt: Er und seine Familie hatten vor dem Tsunami ein Haus direkt am Strand von Kalkudah, welches ihnen vom damaligen Militär einfach entzogen wurde. Daraufhin ließ er sich mit seiner Familie etwas weiter im Landesinneren nieder – damals konnte er noch nicht ahnen, dass dieses Unglück der Enteignung zum Glück für ihn und seine gesamte Familie werden würde. Das ehemalige Haus, dass sich die Armee einverleibte, wurde von der Tsunami-Welle einfach weggespült. Allein in diesem wirklich kleinen Dorf kamen ihm zu Folge rund 600 Menschen (rund die Hälfte der Einwohner) durch diese Welle ums Leben. Nichts desto Trotz scheinen die Leute hier ihre tragische Vergangenheit bereits ganz gut hinter sich gebracht zu haben und erwecken mit ihrer freundlichen Art den Eindruck, nach vorne in eine positive Zukunft zu blicken.

Nach einer wunderschönen und entspannenden Woche in Kalkudah ging es für uns dann weiter nach Habarana, auf unsere erste richtige Safari. Mehr dazu in Kürze hier 🙂

6 Kommentare zu “Sri Lanka: Die Ostküste

  1. AvatarNicole E.

    Hallo ihr beiden!

    So schön, so viel von eich zu hören und zu sehen! 🙂 Echt a geile gschicht so a reiseblogg, und ihr machts des echt supa!! hehe…

    Ganz besonders gfallt ma des Foto, wos ausn Zug rausschauts 😉

    Ist schön zu hören, dass eich beiden gut geht und ihr Spass habts. YAAAY

    auf bald! Niciiii

  2. AvatarAngela Scheucher

    Hallo Ihr beiden! So schön v Euch zu hören bzw zu lesen. Man bekommt sofort Lust Euch gleich hinterher zu fahren! Muss wirklich sehr beeindruckend sein! Liebe Grüße Angela

  3. AvatarSarah Ochmann

    Hey 🙂
    Mein Freund und ich wollen ebenfalls von Arugam Bay nach Kalkudah.Wo ist denn euer Bus gestartet bzw. wo muss man umsteigen? Woher bekommen wir diese Informationen?
    Danke schon mal :))
    LG Sarah

    1. AvatarMike

      Hi Sarah,
      sorry für die verspätete Antwort – von Arugam Bay nach Kalkudah kommt man relativ unkompliziert mit dem Public Bus. Wir haben damals einfach bei unserem Hostel in Arugam Bay gefragt – soweit ich mich richtig erinnere fährt der Bus mehrmals täglich, das Ticket bekommt ihr direkt im Bus.
      Viel Spaß und eine gute Zeit in Sri Lanka 🙂

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